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Rap ist…

In letzter Zeit hat sich meine musikalische Bandbreite ja immer weiter vergrößert. Mittlerweile nimmt auch Rap eine große Rolle in meinem Hörverhalten ein. Und natürlich spiegeln meine Konzertbesuche das auch wieder. Wenn man mal von Marsimoto absieht ist das Megaloh-Konzert glaube ich mein 2. „echtes“ Hip-Hop Konzert. Stattgefunden hat das ganze am 11.10.2013 im wunderschönen Jugendkulturhaus Cairo. Wobei ich solche „Szene“-Abgrenzungen eh für bescheuert halte. Gute Musik ist gute Musik, egal von wem sie kommt. Vor Megaloh durften noch zwei weitere MC’s ran. Roger Reckless hat bei mir keinen großen Eindruck hinterlassen im Gegensatz zu Chefket der danach ans Mic steppte. Der von vielen Rappern gehypte aber bisher noch relativ unbekannte Musiker machte seine Sache wirklich gut. Top Flow, sehr deepe Lyrics. Wirklich zu empfehlen ist seine Identitaeter EP. Danach war nach einer kurzen Umbaupause dann Megaloh dran. Der gefühlte 2,50 Meter Mann könnte seine Brötchen auch ohne Probleme bei den s.Oliver Baskets verdienen. Zum Konzertbeginn war das Cairo dann auch brechend voll und entsprechend verschwitzt waren die anwesenden Körper. Was nun folgte war ein richtig geiles Konzert. Megaloh spielte nicht nur Tracks seines aktuellen Albums „Endlich Unendlich“ sondern bediente sich teilweise auch am Freundeskreis Repertoire. Gesigned ist er ja bei Nesola (Esperanto für „Nicht allein“) dem Plattenlabel von Max Herre und Joy Denalane. Die Crowd hatte Riesenspass, was sich natürlich auch auf die Künstler auf der Bühne übertrug. Woran ich mich aber immer noch gewöhnen muss ist das meistens klatschfaule Hip-Hop Publikum. Weil „throw your hands up in the air and wave it like you just don’t care“ macht nun mal keine Geräusche. Da ich und meine äußerst charmante Begleitung auf dem Konzert dann noch MC Fitti 😉 und seinen Adjutanten kennenlernten war der Abend noch lange nicht vorbei. Das Cafe zum Schönen Rene spuckte uns erst zu einer sehr späten Stunde aus. Egal, denn „Rap ist wenn du dein Ding machst“.

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The Gaslight Anthem: Geheizt wird mit Musik

Auf dieses Konzert habe ich mich wirklich sehr gefreut. Ich habe von The Gaslight Anthem vor einigen Jahren gehört als sie eine gefeierte Show auf dem Glastonbury Festival gespielt hatten. Danach fiel die Band aber irgendwie wieder durch mein Raster. Im Jahr 2012 veröffentlichten sie dann ihr Album „Handwritten“ welches mich wirklich umgehauen hat. Ein grandioses Stück Musik. Dadurch hörte ich mich dann nochmal intensiver durch die älteren Sachen und war vom 2008er Album „The ’59 Sound“ nicht minder begeistert. Am 13.08.2013 waren die Jungs dann in der Würzburger Posthalle zu Gast. Auch wenn es ein eher unterkühlter Augusttag war, kann die Entscheidung mit einem langärmligen Hemd auf dem Konzert aufzukreuzen schon als sehr stark dumm bezeichnet werden, denn bereits nach wenigen Songs schwitzten die Besucher in der aufgeheizten Halle um die Wette. Das schöne an einem guten Konzert ist, dass einem Dinge wie  „Wie sehe ich aus?“, „Sind das wirklich tellerminengroße Schweißflecken unter meinen Armen?“ und „Habe ich gerade Bier verschüttet oder ist das Schweiß?“ total egal sind. Der sympatische Frontmann Brian Fallon gibt einem das Gefühl er würde dieses Konzert nur für seine besten Freunde spielen und man selbst gehöre natürlich auch dazu. Wer von seiner Art und Stimme übrigens nicht genug kriegen kann lege ich dieses Video aus dem Ramones Museum in Berlin an Herz. Sehr schöne und kurzweilige 37 Minuten. In Würzburg war das natürlich ein ganz anderer Rahmen und es fehlten weder die bekannten Songs die mit Vollgas geradeaus gehen, noch die etwas ruhigeren Nummern. Ich freue mich auf jeden Fall bereits aufs nächste Album mit anschließender Tour und werde dort hoffentlich auch wieder im Publikum stehen. Im Gepäck einen großen Sack voll „Great Expectations“.

Die Karriere als Fotograf sollte ich wohl auch nicht mehr weiter verfolgen.

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Das Umsonst & Draussen für den Vorgarten

Wolltet ihr schon immer mal ein Stück des Umsonst & Draussen Festivals bei euch im Vorgarten oder in der Wohnung stehen haben? Ein Tilman war euch aber immer zu pflegeintensiv? Das Drinnen-Zelt passt nicht ins Wohnzimmer? Das Jahr 2013 hat für euch die Lösung!

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Im Rahmen des diesjährigen Umsonst & Draussen Festivals wurden von 11 ausgesuchten Künstlern 11 Gartenzwergunikate erschaffen. Ob nun Hartmut, der tätowierte Skater dessen Liaison mit Schneewittchen leider ein abruptes Ende fand oder Jimi den man einfach aufklappen und mit dem eingebauten Verstärker ein eigenes U&D auf der E-Ukulele geben kann. Nicht zu vergessen Horst, der bei entsprechender Luftversorgung durch den Allerwertesten einen Seifenblasentornado entfachen kann. Diese großartigen Zwerge prostituieren sich auf ehrenwerte Weise und verkaufen ihren Körper für das U&D. Wer Gefallen an einem der Knirpse bekommen hat kann diese auf dem U&D zu einem Festpreis erstehen. Es gibt aber auch die Möglichkeit ein Gebot abzugeben. Falls nach 4 Tagen Festival der Knirps immer noch keine neue Unterkunft gefunden haben sollte darf sich das höchste Gebot über Familienzuwachs freuen.

Mein Favorit ist natürlich Jimi der E-Ukulelen-Zwerg. Er würde ja perfekt ins Vogelnest passen…..

 

Das alte Helge-Stefan Spiel

Kennt ihr das alte Helge-Stefan Spiel? Helge sagt was und ich scheide fast aus dem Leben auf Grund akuter Atemnot bedingt durch unkontrolliertes Lachen? Also ich kenn das. Besonders schlimm war es am 15.02.2013 in der S. Oliver Arena. Zusammen mit der halben Sippschaft ging es zu Helge Schneider. Ich war ja etwas gespannt wie meine Tanten und Mütter (richtig wäre eigentlich Singular aber hat sich komisch gelesen) auf Helge Schneider so reagieren würden. Die meisten kennen ihn ja nur als Katzekloklamaukkünstler. Das Wort Künstler taucht meiner Meinung nach bei Beschreibungen von Helge allerdings viel zu selten auf. Er ist nicht nur Virtuose am Klavier, an der Triangel sondern auch am Witz. Er bedient dabei jegliche Couleur des Humors. Wirklich ganz großes Bühnentennis. Die 2 Stunden vergingen tatsächlich wie im Flug. Was mich außerdem auch beeindruckt hat ist die Spontanität. Ich weiß nicht wie er es schafft aber trotz seiner vielen Bühnentermine im Jahr wahrt er dem Zuschauer zumindest die Illusion von Spontanität. Mich würde es tatsächlich mal interessieren ihn auf einer Tour zweimal zu sehen um herausfinden was wirklich aus dem Moment heraus und was einfach sehr gut verkauftes „Archivmaterial“ ist. Wobei ja auch Evergreens wie die die ohh…hc…aube…s…Mikrof….niert….nich….hr…ichtig-Nummer auch beim 10. Mal wieder zünden.

Da Helge das Publikum gebeten hat nicht ständig Fotos zu knipsen, bin ich dieser Aufforderung auch nachgekommen. Außerdem hätte ich gar keine ruhige Zeit für ein Foto gehabt bzw. es wäre auf Grund meiner rhythmischen Zwerchfellkontraktionen sowieso nur verwackelt geworden.

The Subways: Nicht unterirdisch

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute spielt so nah? Obwohl sich die Posthalle luftlinientechnisch nur ca. 400 Meter von meiner Wohnung entfernt aufhält, bin ich dort relativ selten bei Konzerten anzutreffen. Ich prangere das an. Nichtsdestotrotzdem schaffte ich es am 21.03.2012 zum The Subways Konzert in die Posthalle. Ob eine Vorband ihren Job gut macht, oder nicht, erkenne ich immer sehr gut daran, ob ich mir deren Namen merken kann. Ich habe keine Ahnung wie die 2 (in Worten: zwei!) Vorbands der Subways hießen. Die Hauptband wiederum machte ihren Job sehr gut. Allerdings muss ich zugeben das selbst eine Band, die nur 18-minütige instrumentale Krautrocksongs von Can covert meine Gunst erwerben würde, hätten sie nur auch so eine süße Bassistin wie die Subways. Sie ist klein, sie ist blond, sie spielt Bass. Muss ich mehr sagen?

Genug der Themaabschweifung. The Subways liefern eine astreine Rockshow, die man sich immer wieder anschauen kann. Wenn sie dann Rock’n’Roll Queen anstimmen, natürlich in der halbdeutschen Version (auf Platte gab es das mal mit den Sportfreunden Stiller) bleibt kein Bein unbehüpft.

Fotos? Hier!

Gisbert zu Knyphausen: Eine der besten Zeilen in deutschem Liedgut

In erster Linie ist Gisbert zu Knyphausen für mich Hamburger. Ist er zwar eigentlich nicht, aber er hat dort gelebt (nun Berlin). Und er war/ist beim Grand Hotel van Cleef unter Vertrag. Das macht einen ja eigentlich direkt zum Hamburger, egal wo man herkommt. Dazu bricht er auch gerne mal Zungen, unter anderem auch Moderatorenzungen bei ego.fm. Aber viel wichtiger ist, dass aus Gisberts Feder einer der besten Sätze in deutschem Liedgut stammt: „Ach fick dich ins Knie, Melancholie“. Großartig! Das Konzert welches sich am 09.02.2012 in der Posthalle in Würzburg zutrug war melancholisch. Die Heizung in der Posthalle war kaputt, deswegen standen wir alle in unseren Jacken da. Wir waren keine Riesencrowd, aber wir waren eine zuhörende. Wir feierten die Scherze und wir hingen den Worten nach die die Band behutsam dem Publikum übergab. Zwischen den Songs konnte man eine Stecknadel fallen hören, hätte denn jemand eine dabei gehabt und sie just in diesem Moment zwischen 2 Songs fallen lassen. Aber es hatte niemand eine Stecknadel dabei oder ließ sie einfach zum falschen Zeitpunkt auf die Erde plumpsen. Dummerweise schwelgten wir so sehr in Gisberts Worten das wir dann trotz direkter Anbindung an den Bahnhof und starker Beeilung den Zug nicht mehr rechtzeitig erwischten. Ach fick dich ins Knie, Mutloserie.

And still money left to burn

– Archivtext –

Mittlerweile auch fast wieder einen Monat her ist mein Konzertbesuch bei Kettcar. Die aus Hamburg stammende Band gab am 23.07.2007 im Soundpark Ost in Würzburg ein wirklich schönes Konzert. Leider kannte ich nur das 1. Album namens „Du Und Wieviel Von Deinen Freunden“ was sich aber als nicht tragisch herausstellte, da wirklich viel von diesem Album gespielt wurde. Vorband war eine Kapelle deren Namen ich vergessen habe, sie spielten ganz netten Indierock mit etwas vertrackteren Rhythmen aber nichts was sich wirklich ins Ohr einbrennt. Zum Einstieg performten Kettcar dann die Singleauskopplung aus ihrem letzten Album „Von Spatzen und Tauben Dächern und Händen“ nämlich „Deiche“. Dieser Song kam beim Publikum gut an und kann wohl als erfolgreichster und bekanntester Song des Albums bezeichnet werden. Nachdem das Eis sozusagen sofort gebrochen war boten Kettcar einen wirklich netten Auftritt dar. Die Hamburger sind wirklich sehr sympatische Gesellen und Marc Wiebusch tut sein übriges dazu. Natürlich wurden so großartige Stücke wie „Landungsbrücken raus“ oder „Im Taxi weinen“ gespielt. Außerdem hat man den Eindruck das Kettcar live sehr viel rockiger aufspielen als auf ihren zum Verkauf stehenden Tonträgern. Das Publikum war gefesselt und forderte zu Recht mehrere Zugaben. Die Rufe wurden erhört und unter anderem der „Mädchensong“ Balu kredenzt. Alles in allem lässt sich festhalten das ein Besuch eines Kettcarkonzertes ein wirklich lohnenswertes Unterfangen ist und man ein intimes Konzert mit tollen deutschen Texten und rockigen Tönen dargeboten bekommt.

Der Apfelmann nimmt seinen Hut

– Archivtext –

Eine große Verbindung zu Blumfeld und deren Musik hatte ich eigentlich nie, aber als ich dann lesen musste das die Band auf Abschiedstournee geht und sich danach auflöst hat mich dann schon die Neugier gepackt und ich wollte wenigstens einmal ein Blumfeld-Konzert sehen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis auf das letzte Album nie ein ganzes Blumfeld-Album hören konnte und von daher mit den meisten Songs nicht direkt etwas anfangen konnte. Da ich vorher noch mit Freunden gegrillt hatte kam ich am 20.05.2007 etwas zu spät am AKW an und das Konzert war schon voll im Gange. Das AKW war gut gefüllt und das Publikum war sehr gemischt. Von mittelalterlichen Herrschaften bis zum erwarteten Studentenklientel war alles da. Die Band sang und spielte sich routiniert durch ihr Set, auch wenn ich viele Songs nicht kannte, konnte ich mich der blumfeldschen Leichtigkeit nicht verschließen. Die ziemlich intelligenten Texte waren zum Glück gut verständlich und Frontmann Jochen Distelmeyer ist einfach ein wahnsinnig sympathischer Geselle. Viele Stücke sind nur spärlich instrumentiert und basieren meistens auf der Akustikgitarre. So schritt der Abend auch mit schnellen Schritten dem Ende entgegen und auf einmal war dann auch schon das letzte Lied gekommen. Zugaben gab es natürlich auch, die das Publikum euphorisierten aber auch melancholisch stimmten, schließlich stand das Ende kurz bevor. Zurückblickend lässt sich sagen, dass sich eine tolle deutsche Band aufgelöst hat und ich bin froh das ich wenigstens einmal live dabei sein konnte.

Du schreibst Geschichte im AKW

– Archivtext –

Ganz so überschwänglich wie sich die Überschrift gestaltet war der Auftritt von Madsen am 17.12.2006 im AKW nicht, dennoch war es ein sehr kurzweiliger Abend. Als Vorband traten Leo Can Dive auf, welche ich leider nicht ganz sehen konnte, da ich etwas zu spät dran war. Es fühlte sich wie ganz netter Indie-Rock der Spaß machte an und verkürzte das Warten auf Madsen. Schöne schnörkellose Songs welche manchmal geradeaus rockten und manchmal auch mit etwas vertrackteren Rhythmen zu gefallen wussten. Danach kamen dann Madsen auf die Bühne. Das AKW war wirklich gut gefüllt was dazu führte das es wirklich sehr eng wurde und einige Leute hinter einer Wand stehen mussten und somit nicht viel der Band sehen konnten. Ich hatte etwas mehr Glück und konnte zentral alles beobachten. Madsen spielten einen Mix aus ihren 2 Alben wobei das 2. Album natürlich etwas mehr Platz bekam, trotzdem spielten sie „Die Perfektion“, „Unsichtbar“, „Panik“ und noch einige große Songs des 1. Albums. Zwischen den Songs machte Sebastian Madsen sehr nette Ansagen und stimmte als Interlude für verschiedene Songs unter anderem Sepultura, Wolfmother oder Jay-Z an. Als Musiknerd hab ich natürlich alle Stücke erkannt und mich entsprechend gefreut das Madsen so einen guten Musikgeschmack haben. Alles in allem war es wirklich ein schöner Abend mit tollen Rocksongs vorgetragen von einer sympathischen Band die das Publikum auch entsprechend müde hinterließ und das auch noch zu einem fairen Preis, was will man mehr…

Ab nach FURT

– Archivtext –

Es geschah am 17.11.2006 in der S. Oliver Arena in Würzburg. Es gastierte das Farin Urlaub Racing Team, bestehend aus Farin Urlaub, einer weiblichen Band, 4 Backgroundsängerinnen sowie den 4 Bläsern der Busters. Um 20.30h ging es direkt los und zwar ohne Vorband. Ob das Sinn macht oder nicht, darüber kann man sich streiten. Die Umbaupause zwischen Vorband und Hauptveranstaltung entfällt dadurch natürlich, was ich begrüßt habe. Die Arena war komplett ausverkauft was zur Folge hatte das sich rund 4.400 Menschen in die Halle drängten. Auf der einen Seite sehr eindrucksvoll aber es geht in meinen Augen auch viel Atmosphäre verloren. Unpersönlich war das Konzert jedoch auf keinen Fall da Farin Urlaub für seine witzigen Ansagen sowie spontanen Textänderungen bekannt ist. Gespielt wurde sehr viel Material, mit einer leichten Mehrheit an Songs vom zweiten Studioalbum, dazu ein paar B-Seiten sowie ein komplett neuer Song über die Beziehung zwischen Mann und Frau. Der Brecher „Zehn“ der ja aus dem Livealbum of Death ausgekoppelt wurde ist natürlich ein Klassesong für ein Livekonzert. Wenn 4.400 Menschen gleichzeitig in die Luft springen macht sich schon ein gutes Gefühl in einem breit. Ziemlich kaputtgerockt entließ das FURT nach 2 Zugaben das Publikum wieder in die nicht ganz so kalte Nacht. Als Fazit lässt sich sagen, das ein Besuch eines Farin Urlaub Konzertes definitiv lohnenswert ist, aber zusammen mit den zwei anderen Ärzten kommt meiner Meinung nach noch mehr Stimmung auf.