Archiv der Kategorie: Konzert

All Hail to the D.

Was lange währt wird endlich gut. Selten passte ein Satz besser als auf die lange Leidensgeschichte der deutschen Tenacious D. Fans. Es gab Petitionen, Aufrufe in sozialen Netzwerken usw. Doch The D. kamen einfach nicht auf Deutschlandtournee. Doch nun war es endlich soweit, nach fast 10 Jahren Wartezeit kamen die Kings of Rock auch nach Deutschland. Und ich war dabei. Ein erhebendes Gefühl durchströmte meinen Körper als ich am 15.10. durch die Tore der Jahrhunderthalle zu Frankfurt schritt. Hier sollte es also nun enden? Hier sollte die jahrelange Askese in einem fulminanten Rockorgasmus gipfeln? In dieser Halle in der ich bisher nur Dr. Eckart von Hirschhausen beiwohnte (ich möchte nicht darüber sprechen)? Die Antwort lautete: Ja.

Leider ist das Konzert in meinem Gedächtnis nur noch ein verschwommener Film. Verwaschen durch Unmengen an Freudentränen, Schweiß und Bier. Flüssigkeiten die aus meinem Körper unkontrolliert heraus oder hinein traten. Vorband? Ich glaube ja. Das Konzert auf jeden Fall war großartig. Die Bühne dekoriert mit einem riesigen aufblasbaren Peni.. äh Phoenix. Jack Black und Kyle Gass in absoluter Höchstform. Es wird gerockt, geschauspielert und John Konesky zeigt das er ein Meister seines Gitarrenfachs ist. Doch diese Geschichte endet nicht hier. Sie wird weitergehen, und wenn Tenacious D das nächste Mal in Deutschland tourt, werde ich wieder da sein, meine Hände zu 2 Pommesgabeln formen und singen: This is not the best concert in the world. This is just a tribute.

Die Qualität der Bilder mag zu wünschen übrig lassen, aber für dieses Konzert wird in der Kathedrale meines Herzens immer eine Kerze brennen.

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Mit K wie Krossartig. Kraft zum Klub

Nach dem wirklich sehr sehr geilen Auftritt auf dem Taubertal Festival war klar das ich die Jungs von Kraftklub nochmal auf ihrer Tour sehen muss. Vor gar nicht all zu langer Zeit waren sie schon einmal in Würzburg und bespielten das kuschlige Cafe Cairo. Da waren die bekennenden Karl-Marx-Städter mir aber noch kein Begriff so dass ich diese Gelegenheit ausließ. Außerdem war an diesem Abend die „My favourite Tracks“-Show mit Tilman Hampl. Zum Glück musste ich diese Entscheidung nicht treffen. Netterweise hieß ein Tourstop aber nun Würzburg Posthalle. Das Datum zum Konzert war der 13.10.2012. Zum ersten Mal erlebte ich auch wie die gesamte Posthalle genutzt wurde und der Platz wurde auch benötigt. Die Halle sah ziemlich ausverkauft aus. Das Konzert war gut. Komischerweise aber nicht so intensiv wie auf dem Taubertal Festival was mich wundert da Auftritte auf Festivals ja meistens „anonymer“ sind. Nichtsdestotrotzdem war es ein toller Abend. Die Mischung aus Punkrock und Hip Hop ist halt absolut mein Ding. Gäbe es die Musikrichtung „Crossover“ noch nicht, ich hätte sie erfunden. Die Setlist beinhaltete natürlich fast ausschließlich Songs von „Mit K“ mangels weiterem Repertoire. Der bekannteste Song der früheren EPs dürfte wahrscheinlich „Randale“ sein welcher auch zu entsprechendem RRRRIIIOOOOTTTT im Publikum führte. In bin vor allem gespannt wo die Reise dieser Band hingeht. Das 1. Album war richtig heißer Scheiß. Da heißt es nun Nachlegen.

Fotos des Abends gibt es leider keine da ich nur Augen für meine entzückende Begleitung hatte.

Taubertal Festival 2012

Hier meine ganz kurze Zusammenfassung vom Taubertal Festival 2012 (10.08.-12.08.):

Kraftklub: Großes Kino. Unbedingt nochmal ein Konzert von denen besuchen.IMG_20120810_234110

The Computers: Kannt ich nicht. Sind aber empfehlenswert.IMG_20120811_202450

Bonaparte: Wie großartig sind die denn? Top!
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Beatsteaks: Gut aber passen besser in kleinere Clubs.IMG_20120812_225323  IMG_20120812_231155

Placebo: Gute Show aber reißt mich nicht mit.
Bush: Alt. Immer noch gut. Und überraschend volksnah.
H-Blockx: Eine absolute Liveband.

Achja: Cro war auch da:
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Aus Berlin, aaauuuuusss Berlin: Die Ärzte

Wie bei jeder Tour war es auch diesmal wieder meine Pflicht als musikhörender Mitbürger ein Konzert der Ärzte aus Berlin, aaaauuuusss Berlin zu besuchen. Meine Wahl fiel diesmal auf den 19.06. in der Arena Nürnberger Versicherung. So große Venues sind ja eigentlich nicht mein Fall aber bei den Ärzten kommt man „leider“ nicht mehr um diese großen Veranstaltungsstätten herum. Organisatorisch hat auch alles super funktioniert. Parkplätze vor Ort, genug Bierstände nur in der Halle zurecht finden war nicht so einfach. Nach 3x „Sorry, falscher Block“ war ich dann endlich (dachte ich zumindest) richtig. Ich hatte ja Stehplätze gekauft. Allerdings merkte ich dann es waren Tribünenstehplätze am anderen Ende der Halle! Wer macht denn sowas? VERDAMMT. Ohne Vorband ging es direkt los mit ordentlich Show, Licht etc. Nach 30 Minuten hielt ich es dann nicht mehr raus und versuchte mein Glück um unten in den großen Innenraum zu kommen was dann zum Glück auch klappte. So geht Konzert. Die Tribüne ist schließlich für Leute über 30 (*hust* nimmer lang *hust*).
Als Band musst du abliefern. Einfach abliefern. Und die Ärzte liefern wirklich jedes Mal wieder ab. Die 3 Jungs haben immer noch einen Heidenspaß auf der Bühne und mit dem Publikum. Ich durfte meine erste und wohl auch meine einzige Kuckucklaola meines Lebens erleben. Die Setlist erstreckte sich auch von Debil über Planet Punk bis zu den neuen Alben. Für Jung und Alt also etwas dabei. Nach knapp 3 Stunden (man merkt auch das die Jungs alt werden) war es dann zu Ende. Durchgeschwitzt und glücklich ging es dann wieder nach Hause.

Arena Nürnberger Versicherung Die Ärzte 19.06.

Und Jay-Z singt uns ein XOXO

So. Innerhalb kürzester Zeit habe ich Casper und Thees gesehen. Also genau die 2 Jungs die auf jeweils ihrem Album einen Track mit dem anderen gemacht haben. Auf beiden Konzerten wurde der Collabotrack auch gespielt natürlich ohne den entsprechenden Gegenpart. Thees durfte ich im LKA Longhorn in Stuttgart sehen. Sowieso ein cooler Club und an dem Tag überraschend wenig besucht, was mir einen Platz direkt vor der Bühne bescherte. Soviel getanzt habe ich schon lange bei keinem Konzert mehr deshalb habe ich auch vollkommen das Schnappschussanfertigen vergessen. Egal, denn dieses Konzert werde ich sowieso mein ganzes Leben im Herz mit mir herum tragen. Der Herr Uhlmann ist seit er ohne die Jungs von Tomte unterwegs ist sehr relaxed geworden. Teilweise hat er sogar in seinen Ansagen das Unterhaltungsniveau eines Olli Schulz!

Casper war dann im Stattbahnhof zu Schweinfurt dran. Mein 1. Mal Stattbahnhof. Leider erst jetzt zum 1. Mal muss man im Nachhinein sagen, wunderschöne Location. Perfekte kleine Größe. Allerdings hat die Anfangszeit des Konzerts irgendwie nicht gepasst, denn wir kamen genau zur Umbaupause dort an. Naja also erst mal warten. Das Konzert war gut, aber nicht so geil wie das letzte Mal als ich Casper im LKA in Stuttgart sah. Außerdem hat sich das Publikum von der Indie-Hip-Hop-Crowd Richtung Bravo Girl gewandelt.

The Subways: Nicht unterirdisch

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute spielt so nah? Obwohl sich die Posthalle luftlinientechnisch nur ca. 400 Meter von meiner Wohnung entfernt aufhält, bin ich dort relativ selten bei Konzerten anzutreffen. Ich prangere das an. Nichtsdestotrotzdem schaffte ich es am 21.03.2012 zum The Subways Konzert in die Posthalle. Ob eine Vorband ihren Job gut macht, oder nicht, erkenne ich immer sehr gut daran, ob ich mir deren Namen merken kann. Ich habe keine Ahnung wie die 2 (in Worten: zwei!) Vorbands der Subways hießen. Die Hauptband wiederum machte ihren Job sehr gut. Allerdings muss ich zugeben das selbst eine Band, die nur 18-minütige instrumentale Krautrocksongs von Can covert meine Gunst erwerben würde, hätten sie nur auch so eine süße Bassistin wie die Subways. Sie ist klein, sie ist blond, sie spielt Bass. Muss ich mehr sagen?

Genug der Themaabschweifung. The Subways liefern eine astreine Rockshow, die man sich immer wieder anschauen kann. Wenn sie dann Rock’n’Roll Queen anstimmen, natürlich in der halbdeutschen Version (auf Platte gab es das mal mit den Sportfreunden Stiller) bleibt kein Bein unbehüpft.

Fotos? Hier!

Marsimoto: Green Stuttgart

Marsimoto. Das Alter Ego des Rappers Marteria bzw. bürgerlich Marten Laciny lud ein zu Green Stuttgart. Im LKA Longhorn schlug ich dann am 16.03.2012 auf. Bewaffnet mit meiner grünen Trainingsjacke ging es rein. Drogenspürhunde am Einlass gab es keine. Viele Fragen sich wozu? Zu Recht! Das Konzert hatte kaum begonnen stieg mir aus allen Richtungen ein süßlicher Duft in die Nase. Ha! Da raucht jemand eindeutig ähh Süßholz…oder so. Ich verfrugte nicht weiter nach, legte vor der Rückfahrt aber erst mal eine 17-stündige Ausnüchterungsphase nicht ein. Nach einer Einstimmung der DJs Dead Rabbit und Kid Simius ging es los. Marsi war mein 1. echtes Hip-Hop Konzert (Casper zählt ja nicht) und ich habe festgestellt: Hip-Hopper klatschen nicht, die winken! Für mich als rockerprobten Konzertgänger etwas ungewohnt still, aber man gewöhnt sich an alles, also wunkte ich ordentlich mit. Die verzerrte Stimme Marsimotos ist nicht jedermanns Sache, aber wie der Herr Rapper mit der deutschen Sprache spielt ist einfach großartig.

2x Foto und 1x Video gibt’s auch. Wer übrigens einen Tipp hat wie man mit einem Smartphone eine tontechnisch halbwegs akzeptable Qualität hinbekommt, der dürfe sich melden.

Gisbert zu Knyphausen: Eine der besten Zeilen in deutschem Liedgut

In erster Linie ist Gisbert zu Knyphausen für mich Hamburger. Ist er zwar eigentlich nicht, aber er hat dort gelebt (nun Berlin). Und er war/ist beim Grand Hotel van Cleef unter Vertrag. Das macht einen ja eigentlich direkt zum Hamburger, egal wo man herkommt. Dazu bricht er auch gerne mal Zungen, unter anderem auch Moderatorenzungen bei ego.fm. Aber viel wichtiger ist, dass aus Gisberts Feder einer der besten Sätze in deutschem Liedgut stammt: „Ach fick dich ins Knie, Melancholie“. Großartig! Das Konzert welches sich am 09.02.2012 in der Posthalle in Würzburg zutrug war melancholisch. Die Heizung in der Posthalle war kaputt, deswegen standen wir alle in unseren Jacken da. Wir waren keine Riesencrowd, aber wir waren eine zuhörende. Wir feierten die Scherze und wir hingen den Worten nach die die Band behutsam dem Publikum übergab. Zwischen den Songs konnte man eine Stecknadel fallen hören, hätte denn jemand eine dabei gehabt und sie just in diesem Moment zwischen 2 Songs fallen lassen. Aber es hatte niemand eine Stecknadel dabei oder ließ sie einfach zum falschen Zeitpunkt auf die Erde plumpsen. Dummerweise schwelgten wir so sehr in Gisberts Worten das wir dann trotz direkter Anbindung an den Bahnhof und starker Beeilung den Zug nicht mehr rechtzeitig erwischten. Ach fick dich ins Knie, Mutloserie.

Beatsteaks: Bulleten gehen immer!

Am 02.02.2012 hatte das mich das E-Werk in Erlangen wieder mal zu Gast. Anlass diesmal waren die Beatbuletten a.k.a Beatsteaks. Zwar machten die Berliner Jungs auf ihrer Tour auch in Würzburg halt, aber bei der Entscheidung E-Werk vs. S. Oliver Arena gewinnt nun mal trotz der weiteren Anreise das E-Werk. Ein Konzert in einer kleineren Lokalität hat einfach immer eine intimere, intensivere Atmosphäre. Große Arenen/Hallen dürfen gerne von den Toten Hosen und Grönemeyers dieser Welt bespielt werden, ich werde trotzdem die kleineren Clubs heimsuchen. Wie zu erwarten war das E-Werk so brechend voll wie von mir noch nie erlebt. Ich konnte mich allerdings ganz gut nach vorne schleichen. Das Konzert war nicht unbedingt intim, aber intensiv, hart, laut und gut. Die Beatsteaks gehen ihrer Leidenschaft nun mal nicht erst seit einem Jahr nach und das merkt man. Trotzdem hat man nicht das Gefühl einer Bühnenroutine. Die Ansagen kommen aus der Hüfte und die Songs dann auch mal etwas schief von der Bühne in die Ohren. Aber hey, that’s Punkrock. Mein persönliches Highlight: „Frieda und die Bomben“ (Fu Manchu Cover, B-Seite auf Hello Joe zusammen mit Turbostaat). Einer der besten Punkrocksongs dieser Erde. Und immer noch ein Geheimtipp, denn die Menschen um mich herum wollten oder konnten den Text nicht so sicher wie ich mitgröhlen. Am Ende des Gigs hatte ich auf jeden Fall keine Stimme mehr übrig. Unfassbar aber wahr: Ich hab nicht ein einziges Foto gemacht. Ach ja, und gerade entdeckt und für cool befunden: Setlist des Gigs auf Setlist.fm

William Fitzsimmons: They call him Sympath.

Darf ich vorstellen? Das ist William. Und er ist der sympathischste Mensch der Welt. Seine früheren Alben als traurig zu bezeichnen ist mehr als untertrieben. Eigentlich erwartet man, dass am Eingang nicht Ohrstöpsel verteilt werden sondern Rasierklingen. Doch jeder der schon einmal auf einem William Fitzsimmons Konzert war, weiß das der aus Pittsburgh stammende Musiker ein sehr sympathischer und lustiger Geselle ist. Zugegeben teilweise ein sehr schwarzer trockener Humor, aber das ist ja Geschmackssache. Keine Geschmackssache ist allerdings seine Musik. Wunderschöne kleine Songs, teilweise rein akustisch. Zum Reinlegen quasi. Was macht sympathische Menschen noch sympathischer? Richtig! Ein Bart! Und davon hat der Willi wirklich reichlich. Gut es macht neidisch, aber man muss auch jönne könne.

Hier 2x Foto und 1x Video als ich ihn am 15.12.2011 in Erlangen gesehen habe.